szmmctag

  • Daissa

    Der Sommer hat Schweden erreicht. Anfangs etwas zögerlich, aber dann immer kräftiger.
    Wir sitzen beim Frühstück und wollen uns auf den Tag mit der Öberbörsch Familie vorbereiten, als die freundlichen blauen Augen von Emma uns unerwartet anstrahlen: wir sind da! Großes Hallo! Fynn staunt: Hier soll ich zwei Wochen bleiben? Die werden schon sehen, was sie davon haben.
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    Der Tag wird noch genutzt, um letzte Vorbereitungen für den Familientörn zu treffen, dann geht es los nach Figeholm, einen kleinen Naturhafen, den wir noch von unserer ersten Tour her kannten. Der nächste Tag beschert uns dauerhaften Regen, so dass wir einen Liegetag einlegen müssen. Einen ganzen Tag mit den Kindern auf dem Schiff geht allerdings gar nicht und so werden Regensachen angezogen und der ortsnahe Spielplatz mit allen umliegenden Pfützen heimgesucht. Doch schon kurz darauf scheint die Sonne und wir segeln weiter nach Västervik. Dies ist nicht unser eigentliches Ziel, denn von dort aus geht am nächsten Tag mit dem Bus nach Vimmerby , der Stadt Astrid Lindgrens. Der dortige Park ist für Klein und Groß ein Superereignis, vor allem durch die Begegnungen mit den bekannten Figuren Pippi Langstrumpf etc. .Emma spricht noch Tage danach von den dortigen Erlebnissen und stellt ihre kindlichen Fragen.
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    Pipi herzt Emma für ihren Brief
    Unser nächstes Ziel ist Flatvarp, einem stillgelegten Fischerhafen. Ausgiebige Wanderungen über die Felsen vermitteln hautnah ein Schärenfeeling, Fynn kriegt sich nicht mehr ein und will Steine erklimmen. Das Wetter wird schöner und wärmer, dafür lässt der Wind zunehmend nach, der Motoranteil unserer Fahrten wird größer.
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    Fusch kaufen, nach "Hause" schaffen und zubereiten!!
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    Steine Hoppen
    Weiter geht es nach Lisselön, ebenfalls einem Naturhafen, der von einem Fischer in einer geschlossenen Bucht bewirtschaftet wird. Ein schönes Idyll, an dem wir mit Heckanker festmachen. Wir nutzen die Gelegenheit und nehmen ein Saunabad. Emma ist ganz begeistert und Viljo denkt schon darüber nach, wo er zu Hause eine Sauna einbauen könnte. Ein abendlicher Spaziergang über die eine ganz besondere Ruhe verströmende Insellandschaft, bei der selbst die Rinder diesen Charakter anzunehmen scheinen (Fynn hatte keine Angst) beschließt den Tag.
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    Villa Kunterbunt Flair
    Wir müssen dringend einen richtigen Hafen mit Stadt ansteuern, da wir schon die Mahlzeiten mit Knäckebrot strecken müssen ( von Bier ganz zu schweigen) und entschließen uns Öxelesund anzusteuern. Auch wenn der Fußmarsch zum Einkaufladen und vor allem zurück ziemlich anstrengend ist, müssen wir am Schiff angekommen nochmals ran und das Schiff auf einen Liegeplatz verholen, da der Schwell, der in Hafen steht, unsere Charai wie ein Tischtennisball tanzen lässt.
    Die Wettervorhersage weist immer weniger konstanten Segelwind für die nächsten Tage aus und so entschließen wir uns unter dem Eindruck des anstehenden Motorens einen ganz anderen Weg nach Stockholm zu nehmen, nämlich über die Innengwässer der Mälaren. Der Weg führt über Trosa, eine kleine Stadt, die von Chantal geliebt und deren Liebe von den anderen Crewmitglieder geteilt wird. Ein ausgiebiger Rundgang mit einem Kaffeestop in einer hervorragenden Konditorei bekräftigen die gelungene Symbiose von Altstadtflair mit Sommerurlaubsfeeling. Immerhin haben wir diesen Schlag zu 2/3 gesegelt.
    Doch es kommen Wolken auf und begleiten uns auf unserer weiteren Motorfahrt nach Södertälje, lassen aber keinen des angekündigten Regen ab. Bei der" sehr freundlichen Hafenmeisterin" (so steht es im Handbuch, stimmt auch) kaufe ich noch schnell die notwendigen Seekarten für das Mälarengebiet und so können wir uns für den nächsten Tag nach einer kurzen Schleusenfahrt einen schönen Ankerplatz aussuchen.
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    Bei einer überwiegend sonnigen und zunehmend warmen Tour lassen wir den Anker vor Bredablick in Sichtweite des Schlosses Drottningholm, dem Wohnsitz der königliche Familie fallen . Nun kommt erstmalig unser Beiboot zum Einsatz: Mit Fotoapparat bewaffnet geht es zu dem schön gelegenen "Einfamilienhäuschen", anschließend ein Sprung über Bord in das erfrischen Ostseewasser.
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    Die Nacht bleibt wie erwartet ruhig und wir genießen unser Frühstück in einer schönen Bucht, bevor es dann zur letzten Etappe nach Stockholm geht. Wir entschließen uns in den stadtnahen Vasahafen, unmittelbar vor dem Vasamuseum zugehen. Dafür müssen wir aber noch zwei Hubbrücken und eine Schleuse überwinden, dann machen wir nach einer kleinen Stadtfahrt im Hafen fest.
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    Willkommen in Stockholm
    Viljo fährt noch am gleichen Tag mit dem Bus nach Oskarshamn, um sein Auto zu holen, und so haben wir noch einen vollen Tag, um Stockholm zu besichtigen. Dazu gehört natürlich die Wachablösung am königlichen Schloss und ein Besuch des Vasamusems. Nach einem letzten Abendessen am Wasser einer durch die Sonne aufblühenden Stadt und nur wenige Stunden Schlaf verlassen uns leider Emma, Fynn, Nadine und Viljo. Wir hatten zwei wunderschöne Wochen und wir werden sie sehr vermissen, vor allem Fynns morgentliches Weckens (da,da!), auch wenn es um sechs Uhr stattfand.
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    Abschiedsfoto am Hafen
    Hans-Gerd und Werner haben sich gemeldet, dass sie in der Stadt. Sie kommen an Bord und werden uns helfen, unser emotionales Loch zu überwinden. Wir verabreden in den nächsten Tagen dorthin zu fahren, wo uns der Wind hin bringt. Mal sehen wo dies sein!

  • Wo bleibt der Sommer?

    Früh sind wir mit Cynthia und Marc aufgestanden, haben sie zum Bahnhof begleitet, um dann festzustellen, die Weiterfahrt wegen zu hoher Welle und ruppigem Wind zu verschieben. Also wieder in die Koje und weiterschlafen. Dafür geht´s dann umso besser am nächsten Morgen. 6.00 Uhr ablegen mit Fahrtsziel Kalmar, das wir auch nach einer 11 stündigen angenehmen Segeltour erreichen. Zuerst durch das enge Fahrwasser der Schären motort, dann aber mit vollen Segeln bei Südwestwind nach Norden. In Kalmar treffen wir einige Segler wieder, denen wir schon auf Hanö, dann in Karlskrona begegnet sind und die durch den Götakanal wollen. Großes Hallo! Noch schnell einige mittlerweile verlorengegangen Schrauben und Werkzeuge besorgen und geht es weiter zur Insel Öland nach Borgholm. Mit nur einem Vorsegel geht es beich achterlichem Wind sehr gut voran. Wind, Welle und Sonne passen prima. Zum ersten Male begrüßt uns am Steg in Borgholm der Hafenmeister persönlich: Guter Service mit schlechter Nachricht! Er teilt uns mit, dass in den nächsten Tagen schlechtes Wetter mit Regenkommen wird und einige buchen gleich für zwei Tage die Übernachtung. Wir schauen in unser Wetterweltenprogramm, das bislang gute Prognosen erstellt hat, und die Wetterapp und entscheiden uns dann, am nächsten Tag weiter und wieder zum Festland nach Oskarshamn zu fahren. Auch unsere Wetternachrichten kündigen zwar schlechtes Wetter an, aber noch nicht für diese Überfahrt. Es war eine richtige Entscheidung. Mit westlichen und damit querab Winden und ein paar Regentropfen gelangen wir in einen kaum belegten Stadthafen. Leider ist das Servicegebäude wegen eines Vandalismusschadens geschlossen, dafür kostet die Liegegebühr auch nur 10 €, ein für skandinavische Verhältnis sensationell günstiger Preis. Und dann kommt er: Der Regen, nicht nur am Freitag, dem Mitsommernachmittag, sondern auch wahrschein das ganze Wochenende. Wir latschen 4 km im Regen zu der Sommerwendfeier, die mehr oder weniger ins Wasser gefallen ist. Von ausgelassener Feierstimmung ist nicht viel zu merken. Sehr wahrscheinlich wird die Stimmung abends unter Alkoholeinfluss gesteigert sein, aber so lange wollen wir nicht warten und laufen wieder im Regen zurück. Am Sonntag kommen Nadine, Viljo sowie Emma und Fynn. Hoffentlich bringen sie besseres Wetter mit. Es könnte auch etwas wärmer werden. Bislang war es schön und trocken, aber doch auch kalt. Ohne dicke Socken und Mütze ging auf See im Wind gar nichts.
    Nun kommen zwei Tage mit Homebeschäftigungen, wie Kochen, Lesen und Schlafen!

  • Über Bornholm nach Schweden

    Morgen verlassen uns nach einer weiteren schönen und sonnenreichen Segelwoche Cynthia und Marc und wir starten dann von Karlskrona gen Norden in eine dritte Woche zu zweit.
    Das neue Wetterprogramm ist wirklich gut. Es hat uns exakt die Windbedingungen beschrieben, die uns von Rügen nach Bornholm unter Segel in einer fast 10stündigen Überfahrt brachten.
    Susi
    timo
    Eine kleine Abkühlung bei 13 Grad Wassertemperatur und 17 Grad Außentempeeatur gefällig ?

    Ein bisschen erschöpft konnten wir abends in Rönne festmachen. Nach der kleinen Stadtbesichtigung am nächsten Tag und den notwendigen Einkäufen ? mein Bojenhaken war mir unter anderem abhanden gekommen ? blieb auch noch genug Muße , um unseren Außenborder zu reparieren. (Unsere männlichen Mitsegler stellen fest, dass es an Bord zum Glück immer was zu tun gibt.)
    gruppe
    Eine super Crew!

    Am nächsten Tag sollte es an die Nordspitze von Bornholm gehen. Doch der Wind lässt im Laufe des nach, so dass wir uns entscheiden, bereits nach 6 Meilen Hasle anzulaufen und dort Siesta zu machen und natürlich den reparierten Außenborder am Schlauchboot auszuprobieren.

    boot
    Er läuft wieder!!!

    Als uns am nächsten Morgen Susi und Timo mit der Fähre nach Sassnitz in Richtung Heimat verlassen, machen wir uns auf den Kurs zu den Erbseninseln, die ca. 20 Meilen nordöstlich von Bornholm liegen. Ein idyllischer Fleck zum Festmachen und zur Entdeckungsrunde einer überschaubaren Inselgruppe. Selbst Marc geht ohne Murren mit spazieren.
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    Die Charai vor Christiansö
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    Eine Erbse der Inseln
    Basstölpel
    ein ganz seltener Vogel - Basstölpel - beobachtet uns

    Von dort geht es weiter in einer ebenfalls 10stündigen Segeltour auf fast glatter Ostsee, aber bei Durchzug von diesigen Wolkenfeldern ? hier kommt wieder das Radar zum Einsatz - in die Hanöbucht zu der gleichnamigen Insel, die wir aus früheren Aufenthalten kennen und immer wieder faszinierend finden. Nach anfänglicher Motorunterstützung geht es weiter nach Karlskrona, dem letzten Schlag vor dem Crewwechsel. Insgesamt haben wir nun fast 280 Seemeilen hinter uns, von den wir nur 55 unter Motor gelaufen sind. Das ist gemessen an unserem Vorjahrestörn eine gute Bilanz. Wir chillen den Sonntag im Hafen und der Stadt und werden heute zum Abschluss auf Einladung unserer Gäste Essen gehen.
    Ob wir in der kommenden Woche Gotland erreichen, bevor wir unsere Kleinfamilie um Nadine und Viljo aufnehmen, ist fraglich. Wir werden erst einmal ein Stück nach Norden fahren und entscheiden nach Wetter und Lust. Es ist schön, das uns nichts treibt.

  • Wir sind schon wieder unterwegs.

    Am Sonntag vor dem 1. Juni treffen wir uns mit Cynthia und Marc sowie Susi und Timo auf der gut präparierten Charai und verstauen unsere Sachen an Bord. Heike und Ulf aus Wismar verabschieden uns mit einem Glas Sekt und wir gehen noch einmal ausgiebig ins New Orleans essen. Am nächsten Morgen werden noch Gas, Wasser, Diesel, Bier und Lebensmittel gebunkert, dann geht es nach einer theoretischen Einweisung gegen Mittag los. Die ersten Seemeilen dienen dann der praktischen Einweisung und weiteren Erläuterungen, wie und warum ein Schiff auf dem Wasser fährt. So erreichen wir Boltenhagen und üben den ersten Festmacher mit Anleger. Prima Mannschaft, alles klappt perfekt.
    Der Wind frischt mächtig auf und so entscheiden wir uns für einen Liegetag mit Ausflug nach Boltanhagen. Am Mittwoch erreichen wir dann nach gut 6 Stunden Hohe Dühne in Warnemünde. Zeit genug, um noch nach Warnemünde überzusetzen und einer Bilderschau am Strand zu folgen. Es weht ein kalter Wind und alle sind froh, schnell wieder an Bord zu sein.
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    Tagsdrauf legen wir vor dem Frühstück ab und segeln mit achterlichem Wind gut 10 Stunden nach Barhöft. Nun zeigt sich, wer die nächsten Tage an Bord und auf See aushalten. Aber alle sind gut drauf und nehmen auch das Ruder in die Hand. Barhöft ist der teuerste Hafen mit schlechtem Service, dem wir begegnen, deshalb geht es gleich weiter nach Glowe . Zuerst mit achterlichem Wind an Hiddensee vorbei, dann mit vorlichtem Wind auf Arkona zu. Bei aller Segelbegeisterung übersieht Chantal ein kleines Angelboot, so dass ich plötzlich lauthals fremde Stimmen in der Kajüte höre. Hallo?? Ist aber alles gut gegangen, so dass nach dem Schrecken der Spaß wieder kam. Der Wind wird stärker als angesagt und so sind alle froh nach mehrstündigem Schaukeln im Hafen von Glowe zu sein.
    Mit meinem neuen Wetterprogramm checke ich, wann der beste Zeitpunkt zur Überfahrt nach Bornholm ist und stelle fest, dass wir besser noch zwei Tage warten. So haben wir Zeit , weitere Reparaturen vorzunehmen den Segeltrimm zu verbessern oder einfach etwas auszuruhen. Am nächsten Tag, Sonntag 7.6. fahren wir mit dem Bus nach Bergen und klettern auf den Ernst-Moritz Arndt Turm, um einen Superüberblick über die Insel Rügen zu erhalten. Morgen früh geht es auf nach Rönne. Mal sehen, ob mein Wetterprogramm die richtige Prognose gestellt hat.
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    Hier geht es nach Berlin

  • Das war es wieder!

    Die Wettervorhersage stimmt: Wir fahren mit 4 Bft. aus NW in einer Rauschefahrt von Südschweden schnurstracks bis nach Gedser. Ein toller Schlag mit Sonne und meist konstantem Wind. Immerhin schaffen wir die gut 70 sm in 12 Stunden und landen so noch bei Tageslicht im Hafen. Für so eine Strecke haben wir sonst drei Tage gebraucht. Um den Wind auch weiter auszunutzen geht es am nächsten Morgen wieder früh weiter. Zuerst läßt uns die Windrichtung noch Wismar ansteuern, doch im Laufe des Vormittags dreht er immer mehr auf SW und so können wir nur Kühlungsborn anpeilen. Kurz vor Kühlungsborn, ich habe schon wieder dt. Internetempfang, zeigt ein Blick in das kommende Wetter, dass der nächste Tag uns wenig Wind mit Regen bescheren soll. Nun hat der Wind seine Kraft ebenfalls schon eingebüßt, aber es scheint noch die Sonne. So entschließen wir uns, mit Hilfe des Motors bei Sonnenschein gleich weiter nach Wismar zu fahren und kommen dort bereits gegen 16.30 Uhr an. Damit endet die Baltiktour! Chantal wird sofort unterrichtet, dass die Charai nach drei Monaten Fahrt ihren Heimathafen wohlbehalten erreicht hat. Und dies an 47 Seetagen mit 1742 sm durch 8 Länder. Eine Supertour!
    Die Seefliege ist bereits in der Nacht in Travemünde gelandet und Rupert liegt schon in Warnemünde und startet durch nach Kiel.
    Axel verläßt am nächsten Morgen das Schiff, mir bleiben noch zwei Tage auf- und ausräumen - und pünktlich unserem Freund Ulf zu seinem Geburtstag zu gratulieren.
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    Kaffeetafel in Ystad
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    Abschied aus Schweden

  • Es geht weiter

    Es war genau richtig, einen Kurztrip nach Berlin zu unternehmen. Als wir dort am Sonntag Abend ankamen, zog der angekündigte Sturm über die Ostsee hinweg. Da Axel und Werner zugesagt hatten, bereits in der gleichen Woche an Bord zu kommen, entschloss sich Chantal nicht weiter mitzugehen und stattdessen zu den Kindern zu fahren. Am Mittwoch Abend gehe ich deshalb auf die Fähre nach Trelleborg, um am nächsten Tag ausgeruht in Karlskrona anzukommen. Die meisten Segler, die wir am Sonntag zurückgelassen hatten, lagen noch dort und warteten auf weniger und besseren Wind. Mitternachts kamen die beiden Mitsegler und brachten noch eine nette Verstärkung in Gestalt von Jürgen mit. Morgens früh heißt es dann wieder Leinen los mit Ziel auf die Hanö-Insel. Wegen des vorherrschenden Westwindes müssen wir große Kreuzschläge machen und gelangen nach 47 sm in den kleinen Hafen auf der kleinen Insel. Die wegen ihrer Anreise weniger Ausgeruhten sind etwas fertig. Wegen morgendlichem Regen geht es darauffolgend erst um 8.30 Uhr weiter. Der Wind steht immer noch ungünstig und so werden aus gut 30 sm gute 60 sm, für die wir immerhin fast 12 Stunden gegen eine zunehmende Welle brauchen. Natürlich darf auch das Durchfahren einer Regenfront mit entsprechenden Starkwinden nicht fehlen. Wir landen in Simrishamn und stehen tagsdrauf wieder um 6.00 Uhr auf, um mit westlichem Wind den Zipfel der Hanö-Bucht entlang zu segeln, was auch bis zur Ecke nach Ystad gut gelingt. Dann nimmt der Wind und Welle zu und wir müssen gegen beide anfahren. Es wird doch sehr anstrengend. Wir lassen das Groß stehen und motoren gegen die geballte Kraft, die ein Wind von 6 - 7 Bft. entwickeln kann, an. Nach 8 Stunden erreichen wir ziemlich groggy Ystad. Gabi und Klaus von der Seefliege erwarten uns schon. Am nächsten Morgen verlassen Werner und Jürgen das Schiff, Axel und ich legen einen Ruhetag ein, zumal der Wind mit gleicher Intensität aus West bläst und es kein Ziel gäbe, was nicht gegen diesen Wind zu erreichen wäre. Erst am Dienstag geht es weiter. Der Wind kommt gemäßigter und dreht auf Nord. Die Windvorhersage verspricht für den Mittwoch ausreichend Wind aus NW und so entschließen wir uns, Gislövsläge zu fahren, um von dort aus einen großen Schlag nach Südwesten zu segeln. Die Seefliege hat bereits Kurs auf Klintholm/Gedser gesetzt. Sie wollen endlich nach Hause! Mal sehen, ob die Vorhersage stimmt.

  • Ab nach Berlin

    Es regnet noch am Morgen als der Hafen sich zunehmend leert. Auch unsere Freunde der Seefliege haben schon vor 6.00 Uhr abgelegt. Wir wollen den Regen abwarten. Nach einer Motorkontrolle stelle ich fest, dass schon wieder die Pumpenhalterung gebrochen ist. Also fix zum Volvohändler: ja, das kann man bestellen. Je nach dem, wer das Teil vorrätig hat bis Ende der Woche oder, falls das Zentrallager in Belgien in Frage kommt, Anfang der nächsten Woche. SCHEIßE!
    Zum Glück ist das Teil schon am darauffolgenden Tag da, so dass wir nachmittags bei schönem Wetter nach Bergkvara starten können. Dort werden wir von Hannelore und Joachim, die wir bereits vor zwei Jahren besucht hatten, mit Kaffee und selbstgebackenen Kuchen empfangen. Ein freudiges Wiedersehen. Vor dem Frühstück legen wir tagsdrauf ab und können, welch Wunder, den restlichen Kalmarsund entlang nach Süden segeln und fahren anschließend durch die Schären nach Karlskrona. Wir sind wieder ein Stück der Heimat näher.
    Ein Blick in die Wettervorhersage läßt uns jedoch erschauern. Nicht nur, dass in zwei Tage ein Sturmtief kommt, darauf hatten wir uns ja eingestellt und wollten deshalb auch in Karlskrona abwettern. Darüberhinaus kommen weitere Tage mit Starkwind und Regen. So keimt der Gedanke auf, diese Tage lieber in Berlin zu verbringen als im Regen auf einem kleinem Schiff mit einer überschaubaren Stadt. Da sich meine bewährten Mitsegler Axel und Werner bereit erklären, mit mir die Charai eine Woche später nach Wismar zurückzufahren, werden schnell die Fahrkarten gekauft und das Schiff für den zu erwartenden Sturm klariert. So endet unsere Baltikumreise schneller als erwartet. Aber gemäß dem Motto, dass Urlaub und Stress sich gegenseitig ausschalten, ist dies die richtige Entscheidung.
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    Abschied von Karlskrona

  • Wir wettern in Kalmar ab!

    Es ist kaum zu glauben: Der Wind kommt immer aus der falschen Richtung. Diesmal aus südlicher Richtung, also der, in die wir fahren wollen. Das ganze wird begleitet durch Gewitter und heftige Winde, so dass wir uns nach einer mühseligen Fahrt von Oskärshamn nach Kalmar entschließen, erst einmal hier zu bleiben. Wie lange das so bleiben wird, wissen wir noch nicht. So lange mit dieser Intensität der Wind aus südlicher Richtung kommt, macht die Weiterfahrt keinen Sinn. So ist nun einmal Segeln! Zwischenzeitlich hat sich die Seefliege auch hier eingefunden, die wir in Estland das letzte Mal getroffen hatten. Kalmar ist eine schöne alte Stadt, die uns mit einem prächtigen Stadtfest empfängt, das leider durch heftige Regengüsse unterbrochen wird. Zum Glück ist es warm, so dass die Nässe uns nicht viel anhaben kann. Im übrigen plagen uns während dieser Reise erstaunlicherweise kaum die sonst so gefürchteten Mücken. Nun kommen wir immer südlicher und es wird auch wieder kälter (!), so dass Mücken immer seltener sein dürften.
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    Nach einer langen Fahrt durch den Kalmarsund hat man eine kleine Pause beim Konditor verdient

  • Wir sind wieder alleine unterwegs!

    Heute hat Werner die Heimreise nach Berlin angetreten, drei Tage vorher sind Marion und Hans-Gerd von Bord gegangen. Es waren wunderschöne Tage durch die Stockholmer Schären. In der Hälfte dieser Zeit konnten wir sogar gut segeln, auch wenn wir uns überwiegend bei dem schönen Wetter mit wenig Wind zufrieden geben mussten. Traumhafte Buchten, in denen wir vor Heckanker, zum Teil an Felsen festmachen und morgens von Bord schwimmen gehen konnten, sowie eine unüberschaubare Inselwelt soweit das Auge auch reicht. Dazwischen kleine Hafenstädtchen, in denen Verpflegung, einschließlich das teure Bier mit wenig Alkohol, gebunkert wurde. Egal ob mit oder ohne Alkohol - wir hatten großen Spaß zusammen, zumal wenn uns die Seehunde während des Dahingleitens zusahen.
    In Oskärshamn, wo wir nun liegen, ist die Schärenwelt zu Ende. Morgen geht es nach Kalmar - immerhin ambitionierte 42 sm. Dort treffen wir vielleicht die Seefliege wieder, die sich bisher in den Schären aufgehalten hatte.
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    Abendstimmung
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    Kleine Hafenanlage
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    Die "Königstonne"

  • Wir sind in Schweden angekommen

    Hanko, Hitislandet, Trunsü, Kokör, Rödhamn heißen die Inseln und Stationen, die wir anlaufen. Zum Teil sehr idyllisch, zum Teil doch überlaufen. Wir verlassen die Alandinseln, von Rödhamn nach Gräddö, nicht ohne vorher richtig auf zu setzen. Allen steht der Schrecken im Gesicht geschrieben, doch es gelingt uns, aus eigener Kraft wieder frei zu kommen und weiterfahren zu können. Anscheinend ist diese Havarie ohne weitere Schäden geblieben: Das Ruder funktioniert einwandfrei und Risse im Boot sind auch nicht erkennbar. Also weiter geht es mit einem superschönen Segelschlag nach Schweden. Danach ist wieder motoren angesagt - nach Vaxholm. Dieser Hafen kommt uns bekannt vor und in der Tat sind wir hier vor mehr als zehn Jahren schon einmal mit einem Charterboot gewesen. Das Städtchen ist schön, der Hafen allerdings unruhig. Und deshalb fahren wir weiter nach Stockholm. Auf dem relativ kurzen Weg dorthin erwischt uns aber ein Gewitter mit Regen und Schauerböen. Direkt bei der ersten Böe erfasst der Wind das vorn aufliegende Beiboot und läßt es im hohen Bogen über die Charai fliegen: Ein typisches Beiboot über Bord Manöver beginnt. Nachdem wieder alles an Bord ist und wir im starken Regen die Charai festgezurrt haben, ist das Gewitter vorbei! Nach soviel Aufregung ist erst einmal wieder Ruhe angesagt, die man durchaus in Stockholm genießen kann. Und siehe da: Heidi, Rupert und Sohn Dominik liegen auch noch dort ( so trifft man sich doch noch wieder ) Ein netter gemeinsamer Abend, Altstadtbummel, Einkaufen und Museumsbesuch stehen auf dem Programm der nächsten zwei Tage. Und so warten ihr auf Werner, der sich für den 1. August angekündigt hat und mit uns weiter die schwedischen Schären nach Süden Segeln will.
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    Rupert verlässt den Hafen: Huch was kommt denn da um die Ecke?
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    Der morgendliche Blick aus der Luke
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    König Gustav Vasa wacht über uns

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