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  • Das war es wieder!

    Die Wettervorhersage stimmt: Wir fahren mit 4 Bft. aus NW in einer Rauschefahrt von Südschweden schnurstracks bis nach Gedser. Ein toller Schlag mit Sonne und meist konstantem Wind. Immerhin schaffen wir die gut 70 sm in 12 Stunden und landen so noch bei Tageslicht im Hafen. Für so eine Strecke haben wir sonst drei Tage gebraucht. Um den Wind auch weiter auszunutzen geht es am nächsten Morgen wieder früh weiter. Zuerst läßt uns die Windrichtung noch Wismar ansteuern, doch im Laufe des Vormittags dreht er immer mehr auf SW und so können wir nur Kühlungsborn anpeilen. Kurz vor Kühlungsborn, ich habe schon wieder dt. Internetempfang, zeigt ein Blick in das kommende Wetter, dass der nächste Tag uns wenig Wind mit Regen bescheren soll. Nun hat der Wind seine Kraft ebenfalls schon eingebüßt, aber es scheint noch die Sonne. So entschließen wir uns, mit Hilfe des Motors bei Sonnenschein gleich weiter nach Wismar zu fahren und kommen dort bereits gegen 16.30 Uhr an. Damit endet die Baltiktour! Chantal wird sofort unterrichtet, dass die Charai nach drei Monaten Fahrt ihren Heimathafen wohlbehalten erreicht hat. Und dies an 47 Seetagen mit 1742 sm durch 8 Länder. Eine Supertour!
    Die Seefliege ist bereits in der Nacht in Travemünde gelandet und Rupert liegt schon in Warnemünde und startet durch nach Kiel.
    Axel verläßt am nächsten Morgen das Schiff, mir bleiben noch zwei Tage auf- und ausräumen - und pünktlich unserem Freund Ulf zu seinem Geburtstag zu gratulieren.
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    Kaffeetafel in Ystad
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    Abschied aus Schweden

  • Es geht weiter

    Es war genau richtig, einen Kurztrip nach Berlin zu unternehmen. Als wir dort am Sonntag Abend ankamen, zog der angekündigte Sturm über die Ostsee hinweg. Da Axel und Werner zugesagt hatten, bereits in der gleichen Woche an Bord zu kommen, entschloss sich Chantal nicht weiter mitzugehen und stattdessen zu den Kindern zu fahren. Am Mittwoch Abend gehe ich deshalb auf die Fähre nach Trelleborg, um am nächsten Tag ausgeruht in Karlskrona anzukommen. Die meisten Segler, die wir am Sonntag zurückgelassen hatten, lagen noch dort und warteten auf weniger und besseren Wind. Mitternachts kamen die beiden Mitsegler und brachten noch eine nette Verstärkung in Gestalt von Jürgen mit. Morgens früh heißt es dann wieder Leinen los mit Ziel auf die Hanö-Insel. Wegen des vorherrschenden Westwindes müssen wir große Kreuzschläge machen und gelangen nach 47 sm in den kleinen Hafen auf der kleinen Insel. Die wegen ihrer Anreise weniger Ausgeruhten sind etwas fertig. Wegen morgendlichem Regen geht es darauffolgend erst um 8.30 Uhr weiter. Der Wind steht immer noch ungünstig und so werden aus gut 30 sm gute 60 sm, für die wir immerhin fast 12 Stunden gegen eine zunehmende Welle brauchen. Natürlich darf auch das Durchfahren einer Regenfront mit entsprechenden Starkwinden nicht fehlen. Wir landen in Simrishamn und stehen tagsdrauf wieder um 6.00 Uhr auf, um mit westlichem Wind den Zipfel der Hanö-Bucht entlang zu segeln, was auch bis zur Ecke nach Ystad gut gelingt. Dann nimmt der Wind und Welle zu und wir müssen gegen beide anfahren. Es wird doch sehr anstrengend. Wir lassen das Groß stehen und motoren gegen die geballte Kraft, die ein Wind von 6 - 7 Bft. entwickeln kann, an. Nach 8 Stunden erreichen wir ziemlich groggy Ystad. Gabi und Klaus von der Seefliege erwarten uns schon. Am nächsten Morgen verlassen Werner und Jürgen das Schiff, Axel und ich legen einen Ruhetag ein, zumal der Wind mit gleicher Intensität aus West bläst und es kein Ziel gäbe, was nicht gegen diesen Wind zu erreichen wäre. Erst am Dienstag geht es weiter. Der Wind kommt gemäßigter und dreht auf Nord. Die Windvorhersage verspricht für den Mittwoch ausreichend Wind aus NW und so entschließen wir uns, Gislövsläge zu fahren, um von dort aus einen großen Schlag nach Südwesten zu segeln. Die Seefliege hat bereits Kurs auf Klintholm/Gedser gesetzt. Sie wollen endlich nach Hause! Mal sehen, ob die Vorhersage stimmt.

  • Ab nach Berlin

    Es regnet noch am Morgen als der Hafen sich zunehmend leert. Auch unsere Freunde der Seefliege haben schon vor 6.00 Uhr abgelegt. Wir wollen den Regen abwarten. Nach einer Motorkontrolle stelle ich fest, dass schon wieder die Pumpenhalterung gebrochen ist. Also fix zum Volvohändler: ja, das kann man bestellen. Je nach dem, wer das Teil vorrätig hat bis Ende der Woche oder, falls das Zentrallager in Belgien in Frage kommt, Anfang der nächsten Woche. SCHEIßE!
    Zum Glück ist das Teil schon am darauffolgenden Tag da, so dass wir nachmittags bei schönem Wetter nach Bergkvara starten können. Dort werden wir von Hannelore und Joachim, die wir bereits vor zwei Jahren besucht hatten, mit Kaffee und selbstgebackenen Kuchen empfangen. Ein freudiges Wiedersehen. Vor dem Frühstück legen wir tagsdrauf ab und können, welch Wunder, den restlichen Kalmarsund entlang nach Süden segeln und fahren anschließend durch die Schären nach Karlskrona. Wir sind wieder ein Stück der Heimat näher.
    Ein Blick in die Wettervorhersage läßt uns jedoch erschauern. Nicht nur, dass in zwei Tage ein Sturmtief kommt, darauf hatten wir uns ja eingestellt und wollten deshalb auch in Karlskrona abwettern. Darüberhinaus kommen weitere Tage mit Starkwind und Regen. So keimt der Gedanke auf, diese Tage lieber in Berlin zu verbringen als im Regen auf einem kleinem Schiff mit einer überschaubaren Stadt. Da sich meine bewährten Mitsegler Axel und Werner bereit erklären, mit mir die Charai eine Woche später nach Wismar zurückzufahren, werden schnell die Fahrkarten gekauft und das Schiff für den zu erwartenden Sturm klariert. So endet unsere Baltikumreise schneller als erwartet. Aber gemäß dem Motto, dass Urlaub und Stress sich gegenseitig ausschalten, ist dies die richtige Entscheidung.
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    Abschied von Karlskrona

  • Wir wettern in Kalmar ab!

    Es ist kaum zu glauben: Der Wind kommt immer aus der falschen Richtung. Diesmal aus südlicher Richtung, also der, in die wir fahren wollen. Das ganze wird begleitet durch Gewitter und heftige Winde, so dass wir uns nach einer mühseligen Fahrt von Oskärshamn nach Kalmar entschließen, erst einmal hier zu bleiben. Wie lange das so bleiben wird, wissen wir noch nicht. So lange mit dieser Intensität der Wind aus südlicher Richtung kommt, macht die Weiterfahrt keinen Sinn. So ist nun einmal Segeln! Zwischenzeitlich hat sich die Seefliege auch hier eingefunden, die wir in Estland das letzte Mal getroffen hatten. Kalmar ist eine schöne alte Stadt, die uns mit einem prächtigen Stadtfest empfängt, das leider durch heftige Regengüsse unterbrochen wird. Zum Glück ist es warm, so dass die Nässe uns nicht viel anhaben kann. Im übrigen plagen uns während dieser Reise erstaunlicherweise kaum die sonst so gefürchteten Mücken. Nun kommen wir immer südlicher und es wird auch wieder kälter (!), so dass Mücken immer seltener sein dürften.
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    Nach einer langen Fahrt durch den Kalmarsund hat man eine kleine Pause beim Konditor verdient

  • Wir sind wieder alleine unterwegs!

    Heute hat Werner die Heimreise nach Berlin angetreten, drei Tage vorher sind Marion und Hans-Gerd von Bord gegangen. Es waren wunderschöne Tage durch die Stockholmer Schären. In der Hälfte dieser Zeit konnten wir sogar gut segeln, auch wenn wir uns überwiegend bei dem schönen Wetter mit wenig Wind zufrieden geben mussten. Traumhafte Buchten, in denen wir vor Heckanker, zum Teil an Felsen festmachen und morgens von Bord schwimmen gehen konnten, sowie eine unüberschaubare Inselwelt soweit das Auge auch reicht. Dazwischen kleine Hafenstädtchen, in denen Verpflegung, einschließlich das teure Bier mit wenig Alkohol, gebunkert wurde. Egal ob mit oder ohne Alkohol - wir hatten großen Spaß zusammen, zumal wenn uns die Seehunde während des Dahingleitens zusahen.
    In Oskärshamn, wo wir nun liegen, ist die Schärenwelt zu Ende. Morgen geht es nach Kalmar - immerhin ambitionierte 42 sm. Dort treffen wir vielleicht die Seefliege wieder, die sich bisher in den Schären aufgehalten hatte.
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    Abendstimmung
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    Kleine Hafenanlage
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    Die "Königstonne"

  • Wir sind in Schweden angekommen

    Hanko, Hitislandet, Trunsü, Kokör, Rödhamn heißen die Inseln und Stationen, die wir anlaufen. Zum Teil sehr idyllisch, zum Teil doch überlaufen. Wir verlassen die Alandinseln, von Rödhamn nach Gräddö, nicht ohne vorher richtig auf zu setzen. Allen steht der Schrecken im Gesicht geschrieben, doch es gelingt uns, aus eigener Kraft wieder frei zu kommen und weiterfahren zu können. Anscheinend ist diese Havarie ohne weitere Schäden geblieben: Das Ruder funktioniert einwandfrei und Risse im Boot sind auch nicht erkennbar. Also weiter geht es mit einem superschönen Segelschlag nach Schweden. Danach ist wieder motoren angesagt - nach Vaxholm. Dieser Hafen kommt uns bekannt vor und in der Tat sind wir hier vor mehr als zehn Jahren schon einmal mit einem Charterboot gewesen. Das Städtchen ist schön, der Hafen allerdings unruhig. Und deshalb fahren wir weiter nach Stockholm. Auf dem relativ kurzen Weg dorthin erwischt uns aber ein Gewitter mit Regen und Schauerböen. Direkt bei der ersten Böe erfasst der Wind das vorn aufliegende Beiboot und läßt es im hohen Bogen über die Charai fliegen: Ein typisches Beiboot über Bord Manöver beginnt. Nachdem wieder alles an Bord ist und wir im starken Regen die Charai festgezurrt haben, ist das Gewitter vorbei! Nach soviel Aufregung ist erst einmal wieder Ruhe angesagt, die man durchaus in Stockholm genießen kann. Und siehe da: Heidi, Rupert und Sohn Dominik liegen auch noch dort ( so trifft man sich doch noch wieder ) Ein netter gemeinsamer Abend, Altstadtbummel, Einkaufen und Museumsbesuch stehen auf dem Programm der nächsten zwei Tage. Und so warten ihr auf Werner, der sich für den 1. August angekündigt hat und mit uns weiter die schwedischen Schären nach Süden Segeln will.
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    Rupert verlässt den Hafen: Huch was kommt denn da um die Ecke?
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    Der morgendliche Blick aus der Luke
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    König Gustav Vasa wacht über uns

  • Impression durch die Alands

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  • It. is sommertime

    Nun haben wir richtigen Sommer in Finnland.
    Seit wir in Suomenlinna angekommen sind, zeigt sich der Sommer von seiner besten Seite. Erst noch etwas zögerlich auf unseren Landtrip nach Lovisa. Marjatta und Eskimo begrüßten uns dort und fuhren mit uns die Orte dieser Region ab, die wir noch nicht kannten: Eine der ältesten Schmieden Ostfinnlands, einen von den Russen neugebauten Funpark mit künstlicher Surfanlage, eine Brauerei und die Stadt Porvoo. Natürlich durfte auch der Besuch des Sommerhauses, in dem wir mit unserer Familie viele Ferien verbracht haben, nicht fehlen. Unsere beiden Finnen bringen uns noch zurück nach Helsinki und verabschieden sich mit dem Versprechen, uns bald in Berlin zu besuchen. Am nächsten Tag bekommen wir noch freundlichen Besuch von Janne, der vor mehr als zehn Jahren für einige Monate bei uns in Odenthal wohnte, um Deutsch zu lernen. Das Deutschsprechen hat wohl etwas verlernt, dafür kann er einige andere Sprachen mehr und ist ein richtig netter junger Mann geworden. Abends kommen Marion und Hans-Gerd mit dem Flieger und der Fähre nach Suomenlinna an Bord und mit Ihnen auch die heißen Tage auf See.
    Zunächst geht es in Richtung Westen. Der Wind läßt wieder nur eine halbe Stunde Segeln zu, er kommt - wie so oft -aus der falschen Richtung. Aber er bläst auch so gering, dass er keine Auftriebskraft entwickelt. Festgemacht wird in einer kleinen, stillen Bucht. Freundliche Finnen weisen uns die Stelle, an der wir gerade noch mit unseren Tiefgang an den Felsen festmachen können. Wir können grillen und den Abend genießen. Am nächsten Tag geht es nach Hanko, einer lebendigen Stadt, an deren Hafen gleich an Markt aufgebaut ist, in dem wir die Verpflegung für die nächsten Tage bunkern können. Wir erreichen den einzigen Festmacherplatz allerdings mit einem Aufsetzer auf einen Stein, der auch beim Ablegen wieder der Charai einen kleinen Bums verpasst. Nun geht es von der einzigartigen Schärenwelt Finnlands zu den Alandinseln. Dabei machen wir in traumhaften Buchten fest, können abends von Bord schwimmen gehen, Sauna machen, geräucherte Fische erwerben und bei sonnig-heißem Wetter die Seele baumeln lassen. Dieses schöne Wetter hat leider zwei Nachteile: 1. Es gibt keinen Wind und so gleiten wir unter Motor durch die spiegelglatte Ostsee und begrenzen die Fahrt auf 4 bis 5 Stunden pro Tag, mit de wir jeweils nur ca 25 sm weit kommen.2. durch die Hitze hat die Blaualgenpest solche Formen angenommen, dass wir oft durch eine hellbraune Brühe zu fahren scheinen und nur seltener überall schwimmen können. Allerdings überwiegen eindeutig die sonnigen Seiten dieses Wetters!

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    Wir sind in Finnland gelandet
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    Unter dem Schutz der Sveaburg

  • Suomenlinna ist unser neue Zwischenstation

    Wir sind um 4 Uhr morgens wach und wollten erst um 5 Uhr aufstehen. Sollen wir fahren? Woher kommt der Wind? Wie hoch ist die Welle? Helsinki oder Porkala? Egal, wir starten: Noch schnell volltanken. Siehe da: Die Zapfsäule liegt auf 1,50 Meter Tiefe und wir haben 1,70! Ein blödes Manöver am frühen Morgen, bei dem ich mir noch den Anker krumm fahre. Drei Pullover und drei Hosen an, dicke Mütze, denn es ist saukalt. Seit dem Gewitter weht ein kalter Ostwind ( nicht politisch gemeint ). Der Wind scheint günstig, um uns nach Helsinki zu bringen, doch nach einer Stunde wird klar, dass wir den Kurs nicht halten können und weiter nach Norden schwenken müssen, die Welle mit etwas über einem Meter von schräg vorn. Die Charai surft auf der Welle, bis wir die Schären von Porkala erreichen. Der Wind dreht noch mal richtig auf wie immer, wenn wir uns auf das Anlagemanöver vorbereiten. Aber der Naturhafen ist gut geschützt. Immerhin sind wir nach Finnland gesegelt und mussten nicht motoren. Der Hafen ist so natürlich, dass es dort keinen Fernseher gibt, mit dem wir uns das Endspiel anschauen können, nachdem wir wegen der frühen Abfahrt aus Estland schon das Hollandspiel nicht sehen konnten. Mit einem langen Stromkabel begeben wir uns mit Laptop bewaffnet in die WLAN Zone. Mit einem Segler aus Berlin und einem Finnen schauen wir uns in der freien Natur bei Mondlicht und ebenfalls interessierten Mücken das Endspiel an. Dem Ergebnis folgend hat sich das ja auch gelohnt.
    Erwartungsgemäß hat der Wind am nächsten Morgen gedreht, windet aber dafür nicht mehr so richtig. So fahren wir zwischen den herrlichen Schären bei beginnenden Sonnenlicht, das auch noch immer wärmer wird!, nach Helsinki und legen uns dort in die Suomenlinna Marina direkt vor die berühmte Sveaburg. Rupert liegt seit einer Woche auch noch da und wir freuen uns auf ein gemeinsames Anlegerbier. Hier wird Charai erst einmal eine Woche bleiben, denn wir haben uns entschlossen, mit dem Bus nach Lovisa zu unseren Finnischen Freunden zu fahren. Bei diesem schwachen Wind der nächsten Tage hätten wir zwei Tage hin und gegebenenfalls zwei wieder zurück motoren müssen. Diese Zeit verbringen wir sinnvoller mit Freunden!

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