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  • Charai ist wieder im Heimathafen…. und wir in Berlin

    Nach sieben Tagen in Ystad ist es endlich soweit. Der Wind soll mit 3-4 Bft. aus Ost kommen und die Welle ist von 3 auf 1 Meter zurückgegangen sein. Wir stehen um 6 Uhr auf, kochen Kaffe, machen die Leinen los, fahren aus dem Hafen und dann… der Wind kommt von Nordost, somit genau achterlich und auch nur mit 2-3 Bft. Mit der achterlichen Welle tanzt unsere Charai unerträglich auf der See, dass wir den Motor zur Hilfe müssen. Und das für 10 Stunden in der 55 Meilenfahrt? Zum Glück kommt nach 1 ½ Stunden doch der zugesagte Wind und wir können Segel setzen. In direkter Linie erreichen wir Klintholm nach mehr als10 Stunden um 17.00 Uhr. Zeit genug, um noch Besorgungen in dem Kleinem Ort auf der Insel Mön zu machen. Der Hafen ist voll von deutschen Seglern, die meist auf dem Heimweg und von denen wir viele unterwegs – natürlich auch in Ystad – getroffen hatten. Sie haben den Starkwind in kleinen Ortschaften abgewettert. Wir sind froh, dass wir uns für den Urlaub in Ystad entschieden haben. Wir nehmen Kontakt mit unseren dänischen Freunden auf und verabredeten uns für den nächsten Abend in Gedser. Also wieder Kaffee kochen und Leinen los. Gefrühstückt wird in der Morgensonne unterwegs. Der Wind bleibt von Ost mit 3-4 Bft., die Welle ist mittlerweile auf einen halben Meter zurückgegangen, so dass wir von Hafenausfahrt bis Hafeneinfahrt segeln können. In Gedser verbringen wir einen sehr schönen Abend mit unseren Freunden. Nun heißt es nur noch 50 Meilen bis Wismar. Die Windvorhersage empfiehlt uns, diese Distanz in einem Schlag zu segeln, da wir wieder guten achterlichen Wind bis in unseren Heimathafen zu erwarten haben, der für die darauffolgende Tage nicht so günstig bläst. Also noch einmal eine Kraftanstrengung und direkten Kurs auf die Wismaer Bucht setzen. Der Wind hält sich an die Vorhersage und wir haben Glück und kommen durch die Kadetrinne, ohne einem Dickschiff ausweichen zu müssen. Nach weniger als 10 Stunden erreichen wir unseren Liegeplatz und sind erst einmal geschafft. 140 Seemeilen in drei Tagen ist für uns subjektiv eine stolze Leistung. Wahrscheinlich erwartet uns auch deshalb ein großes Schwedenfest, bei dem die ganze Stadt auf den Beinen ist, und erweckt Erinnerungen Kalmar. Wir genießen das Wochenende und machen erst am Montag das Schiff klar. Das Auto steht auch noch dort, startet sofort und bringt uns abends nach Berlin zurück.
    Wismar
    Die Schweden erobern Wismar

    Auch wenn wir unsere angepeilten Ziele ( Gotland und Aland) nicht ganz erreicht haben, ist die diesjährige Bilanz ist durchweg positiv: Wir sind über 1000 Meilen gefahren, davon weit mehr als die Hälfte unter Segel. Dabei haben wir neue Häfen und deren Orte kennengelernt und in schönen Buchten ankern können. Leider haben die Fische bei mir wieder nicht angebissen. Viele Gäste haben uns über 2/3 der gesamten Zeit begleitet und wir hatten eine sehr gute Zeit mit ihnen.
    Nun werde ich noch einmal mit den „alten“ Freunden Anfang September die Herbsttour starten. Dann darf ich mir schon wieder Gedanken über das Winterlager unserer Charai machen. Sie hat es verdient.

  • Wir machen Urlaub in Ystad.

    Nach fünf schönen Schlägen haben wir diesen uns nicht ganz unbekannten Ort erreicht. Zuerst geht es nach einer Nacht, in der man kaum vor lauter Diskomusik Schlaf finden kann ( sicherlich ein gewisser Nachteil der ausgelassenen Feierstimmung der Stadt und seiner Jugend ) bei wenig Wind und deshalb viel Motorkraft von Kalmar nach Kristianopel in einen kleinen Hafen, den wir auf dieser Strecke noch nicht kennengelernt hatten, einem kleinen, lebendigen Ort.
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    Kirmes im Hafen von Kalmar

    Auf der Fahrt dahin sehen wir die ersten Algenteppiche, denen wir auch auf unserer Finnlandreise im letzten Jahr begegneten. Dies scheint wohl die wasserbiologische Folge des warmen Wetters zu sein. Mit gleich schwachem Wind geht es am nächsten frühen Morgen nach Utklippan, einer kleinen Insel, die dem Schärengebiet von Kalrskrona vorgelagert ist. In dem kleinen Hafenbecken finden wir sogar einen Platz mit Stromanschluss. Ansonsten besteht diese Insel aus kahlem Felsen: Fast romantisch, zumindest bei diesem schönen Wetter. Nun kommt endlich Wind auf, wenigstens so viel, dass wir mit einem Segel fahren können. Da eine achterliche Welle das Boot etwas schlingern lässt, entschließen wir uns, die kürzere Strecke (immerhin 30 Seemeilen und 7 Stunden) nach Hanö zu segeln. Dort treffen wir im Laufe des Tages die meisten Segler vom Vorabend. Wir gönnen uns einen Saunagang, gehen früh schlafen, um als erster wieder aus dem Hafen zu sein, da der Wind frühmorgens ausreichend und günstig aus Nordwest kommt. Leider hält er weder Richtung noch Stärke bei und so müssen wir wieder die Hälfte der Strecke motoren, um nach Simrishamn zu kommen. Dafür werden wir am nächsten Tag vom Wind mehr verwöhnt und fast den gesamten Bogen um Sandhammen herum nach Ystad segeln. Nun haben jeden Tag im Schnitt 30 Meilen, also 150 Meilen von Kalmar gefahren und finde, dass wir eine Pause verdient haben. Dass die Pause aber so lange dauern wird, damit haben wir nicht gerechnet. Gleich am Freitag kommt Starkwind auf, der sich am Samstag mit Regen mischt. Der Sonntag reichert diesen Wind noch Gewitterneigung an. Am Montag steigert sich alles zu einem Sturm, bei dem sich mittlerweile auf dem Stück Ostsee, das wir auf dem Weg nach Klintholm in Dänemark durchfahren müssen, eine bis zu drei Meter hohe Welle aufgebaut hat. Zuviel für uns und unsere Charai. Der Dienstag wird auch nicht wesentlich besser, so dass wir wohl auch noch den Mittwoch abwarten müssen , um weiter zu kommen.
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    So sieht schnelle Luft = viel Wind aus

    Da wir dank der Wetterprognosen ein wenig darauf seit Freitag vorbereitet waren, haben wir uns auf eine Urlaubswoche in Ystad eingestellt. Mit Fahrrad und einem Leihwagen erkunden wir die Orte und Sehenswürdigkeiten dieses Teils Schweden, die man mit einem Boot nicht erreichen kann– zum Beispiel die Ale Steene -. Außerdem bietet die Stadt von Wallender genug Interessantes, um die Zeit gut überbrücken zu können – und wir haben auch noch ausreichend Zeit, um nach Wismar zu kommen.
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    Wallanders Heimat

  • Wir haben uns in die Schar der Zugvögel nach Süden eingereiht.

    Aron ist sicher in Deutschland gelandet, da kommen auch schon unsere Wismaer Freunde mit Lea an Bord. Ein Tag Sightseeing in Stockholm schließt sich an und dann geht es auch schon in die Schären Richtung Süden. Bernd und Christiane sind schon auf dem Weg nach Norden zu den Alandinseln. Die Sonne lässt sich mehr als sonst blicken und es wird wärmer. Allerdings wird auch der Wind weniger und zwingt uns zunehmend zum Motoren. Wir ankern in einer kleinen Bucht bei Kolnäsviken. Kaum ist der Anker gesteckt, kommt auch schon wieder der erste Regenschauer. Anker hoch und weiter nach Nynäshamn. Hier ist richtig Leben: Musik, guter Fisch und viele fröhliche Menschen. Unser nächster Stopp ist nach nur einem Drittel Segelfahrt ein kleiner Naturhafen auf der Insel Broken, der von einem Bootsclub bewirtschaftet wird. Wir grillen und genießen das Inseldasein. Auch in der nächsten, uns schon bekannten Bucht Häskä liegen wir vor Heckanker. Der Fischer hat gerade frisch geräucherten Fisch für unserer Abendbrot, den wir nach einem ausreichenden Saunabad genießen. Diesmal sind wir allerdings ausschließlich motort. Der geringe Wind kommt nun ausgerechnet aus der Fahrtrichtung und ist deshalb für die enge Schärenfahrt völlig ungeeignet. Dies gilt auch für den nächsten Tag, der uns nach Västervik führt. Bevor es weitergeht testet Heike noch schnell das schwedische Gesundheitswesen und kommt gut versorgt gegen Mittag wieder an Bord. Nichtsdestotrotz fahren wir noch nach Fiegeholm. Es ist das erste Mal in den Wochen seit unserem Start aus Wismar, dass wir T-Shirts während der Fahrt ohne jegliche Jacke tragen können. Es wird richtig warm! So setzen wir über nach Borgholm auf Öland, um auch dieser schönen Stadt unsere Aufwartung zu machen. Leider fallen mir am Schiff der GPS und Plotter aus, so dass ich nur auf das IPad zum Navigieren angewiesen bin. Unerwarteter Weise bringt uns ein leichter Südostwind auf südwestlichen Kurs geradezu nach Kalmar. Kurz vor der Kalmarsundbrücke heißt es, Segel runter und einen Sprung in die Ostsee wagen. Es ist sehr warm und auch etwas schwül. In Kalmar ist Stadtfest mit Jubel, Trubel, Heiterkeit. Wir genießen die ausgelassene Stimmung der Schweden. Die Schwüle bringt es mit sich, dass sich über Nacht bis in den Morgen ein Gewitter über Kalmar entlädt. Wir nutzen die Zeit zu einem hoffentlich letzten Waschtag. Unser Freund Ulf holt sein Auto aus Stockholm. Morgen geht auch diese schöne Zeit mit den Freunden zu Ende. Sie werden uns wieder verlassen. Die Wettervorhersage prophezeit uns in den nächsten Tagen nördliche Winde, die uns weiter nach Süden bringen werden. Hoffentlich sind sie stark genug, damit wir bald in Dänemark sind und dort unsere Freunde besuchen können, was uns im letzten Jahr nicht gelang.

  • Wenn es einem gut geht, wird man träge.

    Deshalb gibt es erst jetzt eine Nachricht von unserem Schwedentrip.
    Wir segeln mit nordöstlichen Winden nach Süden und machen nach knapp 18 Meilen in einer wunderschönen Bucht am Felsen mit Heckanker fest. Ein Naturparadies: Napoleonsviken. Nun ist relaxen mit Lesen, Kurzwanderungen und Baden angesagt. Hier bleiben wir zwei Tage. Da für die nächsten zwei Tage gewitteriges Wetter angesagt ist, verziehen wir uns in den Hafen der kleinen Stadt Dalarö. Uns gefällt es dort so gut, dass wir noch zwei weitere Tage bleiben, um dann in Richtung Stockholm aufzubrechen. Mit gutem südlichen Wind erreichen wir Saltsjöbaden, einen Hafen, der in den Beschreibungen nicht so weg kommt, aber ein gutes Restaurant haben soll (ich habe ja Geburtstag und will Chantal angemessen ausführen). Wir sind jedoch insgesamt vom Ambiente dieses Hafen begeistert und bleiben gleich noch einen Tag. Direkt vor uns ist die Restaurantbar mit sommerlicher Musik: Es ist wirklich Urlaub!
    Nun müssen wir aber in einem kurzen Trip nach Stockholm, um Aron vom Flughafen abzuholen. Dazu hatten wir im Vasahafen für zwei Tage im Voraus einen Liegeplatz gebucht. Tags drauf machen wir uns früh morgens auf den Weg nach Arlanda, ca. 40 km vom Stadtzentrum entfernt. Arons Flieger landet überpünktlich und fahren mit dem Arlandaexpress in die Stadt zurück und nutzen die Tour für Altstadtbesichtigung. Nachmittags ist Aron für weitere Aktivitäten zu erledigt. Wir beschließen, noch einen Tag zu bleiben und besichtigen mit ihm am nächsten Tag das Vasamuseum und machen danach noch eine Stadtrundfahrt, nicht ohne eine zweite Angel zu kaufen, um besser zu zweit den Frust eines erfolglosen Anglers zu ertragen. Obwohl die Wettervorhersage nicht so berauschend ist, starten wir in Richtung Osten. Eigentlich wollten wir in Mälaren und dann nach Upsala. Aber der Westwind macht uns einen Strich durch die Rechnung. So geht es zu der Bucht Napoleonsviken. Dort ankern wir und erleben einen schönen Nachmittag, eine ruhige Nacht und einen super Morgen mit Baden und herrlicher Aussicht. Doch schon naht das nächste Unwetter und wir suchen Unterschlupf wieder in Saltsjöbaden. Von dort fahren wir mit dem Bus zum Einkaufen, mittlerweile habe ich den Bogen raus, um mit der App Fahrscheine für den öffentlichen Nahverkehr zu kaufen. Abends ist Essen im stilvollen Hafenrestaurant angesagt. Dann kommt der Regen, bleibt bis zum nächsten Tag und wird durch einen böigen Wind abgelöst. In weiser Voraussicht hatten wir gleich für zwei Tage gebucht. Morgen werden wir – sofern der Südwind bleibt - nach Stockholm zurücksegeln. Leider gibt es im Vasahafen keine Liegeplätze mehr (die Schweden haben auch Urlaub!). So werden wir im Nachbarhafen festmachen. Dort wird auch Bernd mit seiner Taurus liegen. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit unserem Segelvereinsvorsitzenden und seiner Freundin Christiane. Dann wird es Zeit, Aron wieder zum Flughafen zu bringen. So eine Woche geht doch schnell vorbei. Aber möchten sie nicht missen. Es hat uns Beiden großen Spaß mit unserem im wahrsten Sinne des Wortes großen Enkel gemacht.
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  • Stockholmer Schären

    Auf der Charai geben sich die Gäste die Klinke in die Hand. Kaum ist unsere Kleinfamilie von Bord, klettern Hans-Gerd und Werner auf die Charai. Nach dem Belegen der Kojen wird noch Proviant für die bevorstehenden Tage gebunkert, dann geht es am nächsten Morgen mit Wind aus Süd los. Also heißt die Richtung Norden. Ca. 5 Meilen nördlich von Vaxholm finden wir eine kleine Ankerbucht und beschließen dort den Segeltag mit einem gekühlten Anleger. Als wir uns in das Idyll für eine beschauliche Ankernacht eingefühlt haben, staunen wir nicht schlecht als hinter einer vorgelagerten Insel plötzlich AIDA auftaucht. Wir liegen nicht weit vom Fahrwasser der großen Fähren von Finnland nach Stockholm. Es ist gewaltig und doch idyllisch, wir baden und genießen die untergehende bei einem leckeren Abendessen.
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    Ein unerwarteter Besuch
    Da wir feststellten, dass das Essen mit einem Glas Wein noch wohlschmeckender ist, beschließen wir, am nächsten Tag im Hafen Vaxholm festzumachen, um den restlichen, aber notwendigen Einkauf zu tätigen. Die Wettervorhersage für den nächsten Tag prognostiziert kräftigen Wind mit Böen bis zu 8 Bft. Schnell ist man sich einig, diesen Tag in Vaxholm abzuwarten und einen ausgiebigen Landtag einzulegen: Ein schöner, sonniger Tag, wenn man wegen der tatsächlich auftretenden Böen nicht auf dem Wasser mit dem Boot fährt.
    Der Wind kommt immer noch aus Süd und so geht es weiter nach Norden durch das Schärenfahrwasser. Bereits nach 10 Meilen machen wir in Nykvarn Halt, um dem einsetzenden Regen mit Gewitter abzuwettern. An einer stillgelegten Werft finden wir einen Liegeplatz, nicht gerade ein tolles Idyll, aber er erfüllt für den Moment seinen Zweck. Am nächsten Morgen geht es weiter nordwärts nach Furusund, einem alten Badeort am Eingang des Schärenfahrwasser der großen Fähren nach Stockholm.
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    Ein abendliches Spektakel
    Der Plan ist , weiter nach Nörtälje zu segeln. Von dort würden unsere Gäste den Bus zu Flughafen nehmen können. Wir bekommen einen sehr guten Liegeplatz im Hafen zugewiesen, der uns vor dem Schwell bewahrt, den die großen Schiffe verursachen. Die Wetterfrösche sagen für den nächsten Tag regnerisches Wetter und für den übernächsten trockenen Wind aus Nord an. Da Nortälje in einem langen nach Westen gerichteten Fjord liegt, eigentlich ein idealer Segeltag für einen solchen Trip. Chantal fragt vorsichtshalber im Hafenmeisterbüro nach, ob wir in Nortälje einen Liegetag vorbestellen können und erfährt zu unserem Entsetzen, dass in Nortälje wegen einer bekannten Jahresveranstaltung alle Plätze belegt. Nachdem wir einen Liegeplatz in Vaxholm per Internet reservieren konnten, beschließen wir kurzerhand, den ersten Tag in Furusund mit dem Schiff liegen zu bleiben und mit dem Bus nach Nortälje zu fahren und am darauffolgenden in einem Schlag nach Vaxholm zu fahren. In Nortälje angekommen können wir zufrieden feststellen, dass unsere Entscheidung ausgesprochen richtig war. Die Stadt ist ganz schön und strahlt eine gewisse Gemütlichkeit aus, der Hafen ist allerdings weniger ansprechend und liegt an einem Kai, auf dessen Gegenseite die Bagger derzeit die Kaianlage mit entsprechendem Lärm abreißen. Wieder in Furusund zurück angekommen, können wir direkt vor unserem Boot einem Konzert einer christlichen Jugendgruppe mit hervorragenden Sängerinnen und Sänger beiwohnen. Ein großer Segler – Sailing for Jesus – hat vor uns festgemacht. Er fährt in den Sommerferien durch ganz Schweden und macht mit entsprechenden Konzerten in vielen Häfen fest.
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    Kostenloses Konzert am Bug
    Unser letzter Schlag beginnt vor dem Frühstück bei bedecktem Himmel und kühlen, aber schönen achterlichem Wind. Gegen Mittag reißt der Himmel auf und es wird wieder angenehm warm. Kurz vor Ankunft überholt uns der christliche Großsegler und macht ebenfalls in Vaxholm fest. Unser letzter Abend mit unseren Mitseglern beginnt und endet bei einem leckeren Bier an der Stegbar. Am nächsten Morgen werden uns Hans-Gerd und Werner leider verlassen. Es war eine ausgesprochen kurzweilige Woche mit alten Freunden. Wir haben noch zehn Tage, bis unser Enkel Aron kommt. Wir werden in den Schären bleiben und ihn pünktlich am Flughafen von Stockholm abholen.
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    Mit nur einem Vorsegel werden wir überholt!
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    Abschiedsstimmung in Vaxholm

  • Daissa

    Der Sommer hat Schweden erreicht. Anfangs etwas zögerlich, aber dann immer kräftiger.
    Wir sitzen beim Frühstück und wollen uns auf den Tag mit der Öberbörsch Familie vorbereiten, als die freundlichen blauen Augen von Emma uns unerwartet anstrahlen: wir sind da! Großes Hallo! Fynn staunt: Hier soll ich zwei Wochen bleiben? Die werden schon sehen, was sie davon haben.
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    Der Tag wird noch genutzt, um letzte Vorbereitungen für den Familientörn zu treffen, dann geht es los nach Figeholm, einen kleinen Naturhafen, den wir noch von unserer ersten Tour her kannten. Der nächste Tag beschert uns dauerhaften Regen, so dass wir einen Liegetag einlegen müssen. Einen ganzen Tag mit den Kindern auf dem Schiff geht allerdings gar nicht und so werden Regensachen angezogen und der ortsnahe Spielplatz mit allen umliegenden Pfützen heimgesucht. Doch schon kurz darauf scheint die Sonne und wir segeln weiter nach Västervik. Dies ist nicht unser eigentliches Ziel, denn von dort aus geht am nächsten Tag mit dem Bus nach Vimmerby , der Stadt Astrid Lindgrens. Der dortige Park ist für Klein und Groß ein Superereignis, vor allem durch die Begegnungen mit den bekannten Figuren Pippi Langstrumpf etc. .Emma spricht noch Tage danach von den dortigen Erlebnissen und stellt ihre kindlichen Fragen.
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    Pipi herzt Emma für ihren Brief
    Unser nächstes Ziel ist Flatvarp, einem stillgelegten Fischerhafen. Ausgiebige Wanderungen über die Felsen vermitteln hautnah ein Schärenfeeling, Fynn kriegt sich nicht mehr ein und will Steine erklimmen. Das Wetter wird schöner und wärmer, dafür lässt der Wind zunehmend nach, der Motoranteil unserer Fahrten wird größer.
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    Fisch kaufen, nach "Hause" schaffen und zubereiten!!
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    Steine Hoppen
    Weiter geht es nach Lisselön, ebenfalls einem Naturhafen, der von einem Fischer in einer geschlossenen Bucht bewirtschaftet wird. Ein schönes Idyll, an dem wir mit Heckanker festmachen. Wir nutzen die Gelegenheit und nehmen ein Saunabad. Emma ist ganz begeistert und Viljo denkt schon darüber nach, wo er zu Hause eine Sauna einbauen könnte. Ein abendlicher Spaziergang über die eine ganz besondere Ruhe verströmende Insellandschaft, bei der selbst die Rinder diesen Charakter anzunehmen scheinen (Fynn hatte keine Angst) beschließt den Tag.
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    Villa Kunterbunt Flair
    Wir müssen dringend einen richtigen Hafen mit Stadt ansteuern, da wir schon die Mahlzeiten mit Knäckebrot strecken müssen ( von Bier ganz zu schweigen) und entschließen uns Öxelesund anzusteuern. Auch wenn der Fußmarsch zum Einkaufladen und vor allem zurück ziemlich anstrengend ist, müssen wir am Schiff angekommen nochmals ran und das Schiff auf einen Liegeplatz verholen, da der Schwell, der in Hafen steht, unsere Charai wie ein Tischtennisball tanzen lässt.
    Die Wettervorhersage weist immer weniger konstanten Segelwind für die nächsten Tage aus und so entschließen wir uns unter dem Eindruck des anstehenden Motorens einen ganz anderen Weg nach Stockholm zu nehmen, nämlich über die Innengwässer der Mälaren. Der Weg führt über Trosa, eine kleine Stadt, die von Chantal geliebt und deren Liebe von den anderen Crewmitglieder geteilt wird. Ein ausgiebiger Rundgang mit einem Kaffeestop in einer hervorragenden Konditorei bekräftigen die gelungene Symbiose von Altstadtflair mit Sommerurlaubsfeeling. Immerhin haben wir diesen Schlag zu 2/3 gesegelt.
    Doch es kommen Wolken auf und begleiten uns auf unserer weiteren Motorfahrt nach Södertälje, lassen aber keinen des angekündigten Regen ab. Bei der" sehr freundlichen Hafenmeisterin" (so steht es im Handbuch, stimmt auch) kaufe ich noch schnell die notwendigen Seekarten für das Mälarengebiet und so können wir uns für den nächsten Tag nach einer kurzen Schleusenfahrt einen schönen Ankerplatz aussuchen.
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    Bei einer überwiegend sonnigen und zunehmend warmen Tour lassen wir den Anker vor Bredablick in Sichtweite des Schlosses Drottningholm, dem Wohnsitz der königliche Familie fallen . Nun kommt erstmalig unser Beiboot zum Einsatz: Mit Fotoapparat bewaffnet geht es zu dem schön gelegenen "Einfamilienhäuschen", anschließend ein Sprung über Bord in das erfrischen Ostseewasser.
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    Die Nacht bleibt wie erwartet ruhig und wir genießen unser Frühstück in einer schönen Bucht, bevor es dann zur letzten Etappe nach Stockholm geht. Wir entschließen uns in den stadtnahen Vasahafen, unmittelbar vor dem Vasamuseum zugehen. Dafür müssen wir aber noch zwei Hubbrücken und eine Schleuse überwinden, dann machen wir nach einer kleinen Stadtfahrt im Hafen fest.
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    Willkommen in Stockholm
    Viljo fährt noch am gleichen Tag mit dem Bus nach Oskarshamn, um sein Auto zu holen, und so haben wir noch einen vollen Tag, um Stockholm zu besichtigen. Dazu gehört natürlich die Wachablösung am königlichen Schloss und ein Besuch des Vasamusems. Nach einem letzten Abendessen am Wasser einer durch die Sonne aufblühenden Stadt und nur wenige Stunden Schlaf verlassen uns leider Emma, Fynn, Nadine und Viljo. Wir hatten zwei wunderschöne Wochen und wir werden sie sehr vermissen, vor allem Fynns morgentliches Weckens (da,da!), auch wenn es um sechs Uhr stattfand.
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    Abschiedsfoto am Hafen
    Hans-Gerd und Werner haben sich gemeldet, dass sie in der Stadt. Sie kommen an Bord und werden uns helfen, unser emotionales Loch zu überwinden. Wir verabreden in den nächsten Tagen dorthin zu fahren, wo uns der Wind hin bringt. Mal sehen wo dies sein!

  • Wo bleibt der Sommer?

    Früh sind wir mit Cynthia und Marc aufgestanden, haben sie zum Bahnhof begleitet, um dann festzustellen, die Weiterfahrt wegen zu hoher Welle und ruppigem Wind zu verschieben. Also wieder in die Koje und weiterschlafen. Dafür geht´s dann umso besser am nächsten Morgen. 6.00 Uhr ablegen mit Fahrtsziel Kalmar, das wir auch nach einer 11 stündigen angenehmen Segeltour erreichen. Zuerst durch das enge Fahrwasser der Schären motort, dann aber mit vollen Segeln bei Südwestwind nach Norden. In Kalmar treffen wir einige Segler wieder, denen wir schon auf Hanö, dann in Karlskrona begegnet sind und die durch den Götakanal wollen. Großes Hallo! Noch schnell einige mittlerweile verlorengegangen Schrauben und Werkzeuge besorgen und geht es weiter zur Insel Öland nach Borgholm. Mit nur einem Vorsegel geht es beich achterlichem Wind sehr gut voran. Wind, Welle und Sonne passen prima. Zum ersten Male begrüßt uns am Steg in Borgholm der Hafenmeister persönlich: Guter Service mit schlechter Nachricht! Er teilt uns mit, dass in den nächsten Tagen schlechtes Wetter mit Regenkommen wird und einige buchen gleich für zwei Tage die Übernachtung. Wir schauen in unser Wetterweltenprogramm, das bislang gute Prognosen erstellt hat, und die Wetterapp und entscheiden uns dann, am nächsten Tag weiter und wieder zum Festland nach Oskarshamn zu fahren. Auch unsere Wetternachrichten kündigen zwar schlechtes Wetter an, aber noch nicht für diese Überfahrt. Es war eine richtige Entscheidung. Mit westlichen und damit querab Winden und ein paar Regentropfen gelangen wir in einen kaum belegten Stadthafen. Leider ist das Servicegebäude wegen eines Vandalismusschadens geschlossen, dafür kostet die Liegegebühr auch nur 10 €, ein für skandinavische Verhältnis sensationell günstiger Preis. Und dann kommt er: Der Regen, nicht nur am Freitag, dem Mitsommernachmittag, sondern auch wahrschein das ganze Wochenende. Wir latschen 4 km im Regen zu der Sommerwendfeier, die mehr oder weniger ins Wasser gefallen ist. Von ausgelassener Feierstimmung ist nicht viel zu merken. Sehr wahrscheinlich wird die Stimmung abends unter Alkoholeinfluss gesteigert sein, aber so lange wollen wir nicht warten und laufen wieder im Regen zurück. Am Sonntag kommen Nadine, Viljo sowie Emma und Fynn. Hoffentlich bringen sie besseres Wetter mit. Es könnte auch etwas wärmer werden. Bislang war es schön und trocken, aber doch auch kalt. Ohne dicke Socken und Mütze ging auf See im Wind gar nichts.
    Nun kommen zwei Tage mit Homebeschäftigungen, wie Kochen, Lesen und Schlafen!

  • Über Bornholm nach Schweden

    Morgen verlassen uns nach einer weiteren schönen und sonnenreichen Segelwoche Cynthia und Marc und wir starten dann von Karlskrona gen Norden in eine dritte Woche zu zweit.
    Das neue Wetterprogramm ist wirklich gut. Es hat uns exakt die Windbedingungen beschrieben, die uns von Rügen nach Bornholm unter Segel in einer fast 10stündigen Überfahrt brachten.
    Susi
    timo
    Eine kleine Abkühlung bei 13 Grad Wassertemperatur und 17 Grad Außentempeeatur gefällig ?

    Ein bisschen erschöpft konnten wir abends in Rönne festmachen. Nach der kleinen Stadtbesichtigung am nächsten Tag und den notwendigen Einkäufen ? mein Bojenhaken war mir unter anderem abhanden gekommen ? blieb auch noch genug Muße , um unseren Außenborder zu reparieren. (Unsere männlichen Mitsegler stellen fest, dass es an Bord zum Glück immer was zu tun gibt.)
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    Eine super Crew!

    Am nächsten Tag sollte es an die Nordspitze von Bornholm gehen. Doch der Wind lässt im Laufe des nach, so dass wir uns entscheiden, bereits nach 6 Meilen Hasle anzulaufen und dort Siesta zu machen und natürlich den reparierten Außenborder am Schlauchboot auszuprobieren.

    boot
    Er läuft wieder!!!

    Als uns am nächsten Morgen Susi und Timo mit der Fähre nach Sassnitz in Richtung Heimat verlassen, machen wir uns auf den Kurs zu den Erbseninseln, die ca. 20 Meilen nordöstlich von Bornholm liegen. Ein idyllischer Fleck zum Festmachen und zur Entdeckungsrunde einer überschaubaren Inselgruppe. Selbst Marc geht ohne Murren mit spazieren.
    Christonsö
    Die Charai vor Christiansö
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    Eine Erbse der Inseln
    Basstölpel
    ein ganz seltener Vogel - Basstölpel - beobachtet uns

    Von dort geht es weiter in einer ebenfalls 10stündigen Segeltour auf fast glatter Ostsee, aber bei Durchzug von diesigen Wolkenfeldern ? hier kommt wieder das Radar zum Einsatz - in die Hanöbucht zu der gleichnamigen Insel, die wir aus früheren Aufenthalten kennen und immer wieder faszinierend finden. Nach anfänglicher Motorunterstützung geht es weiter nach Karlskrona, dem letzten Schlag vor dem Crewwechsel. Insgesamt haben wir nun fast 280 Seemeilen hinter uns, von den wir nur 55 unter Motor gelaufen sind. Das ist gemessen an unserem Vorjahrestörn eine gute Bilanz. Wir chillen den Sonntag im Hafen und der Stadt und werden heute zum Abschluss auf Einladung unserer Gäste Essen gehen.
    Ob wir in der kommenden Woche Gotland erreichen, bevor wir unsere Kleinfamilie um Nadine und Viljo aufnehmen, ist fraglich. Wir werden erst einmal ein Stück nach Norden fahren und entscheiden nach Wetter und Lust. Es ist schön, das uns nichts treibt.

  • Wir sind schon wieder unterwegs.

    Am Sonntag vor dem 1. Juni treffen wir uns mit Cynthia und Marc sowie Susi und Timo auf der gut präparierten Charai und verstauen unsere Sachen an Bord. Heike und Ulf aus Wismar verabschieden uns mit einem Glas Sekt und wir gehen noch einmal ausgiebig ins New Orleans essen. Am nächsten Morgen werden noch Gas, Wasser, Diesel, Bier und Lebensmittel gebunkert, dann geht es nach einer theoretischen Einweisung gegen Mittag los. Die ersten Seemeilen dienen dann der praktischen Einweisung und weiteren Erläuterungen, wie und warum ein Schiff auf dem Wasser fährt. So erreichen wir Boltenhagen und üben den ersten Festmacher mit Anleger. Prima Mannschaft, alles klappt perfekt.
    Der Wind frischt mächtig auf und so entscheiden wir uns für einen Liegetag mit Ausflug nach Boltanhagen. Am Mittwoch erreichen wir dann nach gut 6 Stunden Hohe Dühne in Warnemünde. Zeit genug, um noch nach Warnemünde überzusetzen und einer Bilderschau am Strand zu folgen. Es weht ein kalter Wind und alle sind froh, schnell wieder an Bord zu sein.
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    Tagsdrauf legen wir vor dem Frühstück ab und segeln mit achterlichem Wind gut 10 Stunden nach Barhöft. Nun zeigt sich, wer die nächsten Tage an Bord und auf See aushalten. Aber alle sind gut drauf und nehmen auch das Ruder in die Hand. Barhöft ist der teuerste Hafen mit schlechtem Service, dem wir begegnen, deshalb geht es gleich weiter nach Glowe . Zuerst mit achterlichem Wind an Hiddensee vorbei, dann mit vorlichtem Wind auf Arkona zu. Bei aller Segelbegeisterung übersieht Chantal ein kleines Angelboot, so dass ich plötzlich lauthals fremde Stimmen in der Kajüte höre. Hallo?? Ist aber alles gut gegangen, so dass nach dem Schrecken der Spaß wieder kam. Der Wind wird stärker als angesagt und so sind alle froh nach mehrstündigem Schaukeln im Hafen von Glowe zu sein.
    Mit meinem neuen Wetterprogramm checke ich, wann der beste Zeitpunkt zur Überfahrt nach Bornholm ist und stelle fest, dass wir besser noch zwei Tage warten. So haben wir Zeit , weitere Reparaturen vorzunehmen den Segeltrimm zu verbessern oder einfach etwas auszuruhen. Am nächsten Tag, Sonntag 7.6. fahren wir mit dem Bus nach Bergen und klettern auf den Ernst-Moritz Arndt Turm, um einen Superüberblick über die Insel Rügen zu erhalten. Morgen früh geht es auf nach Rönne. Mal sehen, ob mein Wetterprogramm die richtige Prognose gestellt hat.
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    Hier geht es nach Berlin

  • Das war es wieder!

    Die Wettervorhersage stimmt: Wir fahren mit 4 Bft. aus NW in einer Rauschefahrt von Südschweden schnurstracks bis nach Gedser. Ein toller Schlag mit Sonne und meist konstantem Wind. Immerhin schaffen wir die gut 70 sm in 12 Stunden und landen so noch bei Tageslicht im Hafen. Für so eine Strecke haben wir sonst drei Tage gebraucht. Um den Wind auch weiter auszunutzen geht es am nächsten Morgen wieder früh weiter. Zuerst läßt uns die Windrichtung noch Wismar ansteuern, doch im Laufe des Vormittags dreht er immer mehr auf SW und so können wir nur Kühlungsborn anpeilen. Kurz vor Kühlungsborn, ich habe schon wieder dt. Internetempfang, zeigt ein Blick in das kommende Wetter, dass der nächste Tag uns wenig Wind mit Regen bescheren soll. Nun hat der Wind seine Kraft ebenfalls schon eingebüßt, aber es scheint noch die Sonne. So entschließen wir uns, mit Hilfe des Motors bei Sonnenschein gleich weiter nach Wismar zu fahren und kommen dort bereits gegen 16.30 Uhr an. Damit endet die Baltiktour! Chantal wird sofort unterrichtet, dass die Charai nach drei Monaten Fahrt ihren Heimathafen wohlbehalten erreicht hat. Und dies an 47 Seetagen mit 1742 sm durch 8 Länder. Eine Supertour!
    Die Seefliege ist bereits in der Nacht in Travemünde gelandet und Rupert liegt schon in Warnemünde und startet durch nach Kiel.
    Axel verläßt am nächsten Morgen das Schiff, mir bleiben noch zwei Tage auf- und ausräumen - und pünktlich unserem Freund Ulf zu seinem Geburtstag zu gratulieren.
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    Kaffeetafel in Ystad
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    Abschied aus Schweden

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